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Untergegangene Siedlungen
Nationalpark Šumava
Zu den interessanten und wichtigen Themen, die mit dem Böhmerwald verbunden sind, gehören untergegangene Orte und bewegte Geschichte ihrer Bewohner.
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Verschwundene Dörfer
Zadní Zvonková / Glöckelberg
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Gemeinsames
Natur- und Kulturerbe
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Verschwundene Dörfer
Huťský Dvůr / Hüttenhof
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Expeditionen
Auf den Spuren der verschwundenen Dörfer im Böhmerwald
Der Böhmische Wald, der auf bayerischer Seite als Bayerischer Wald bezeichnet wird, ist als Landschaftsschutzgebiet bzw. Naturpark ausgewiesen. Dort findet ihr sonnenüberflutete Wiesen und dunkle Täler, felsige Bergkämme und von Bergbächen durchzogenes Weideland.
Doch düster waren die menschlichen Schicksale, die sich hier abspielten:
Infolge des 2. Weltkriegs musste die damals hier lebende deutsche Bevölkerung ihre Heimat verlassen.
1945: Nach der Sperrgebietsverkündung, wurden alle von deutscher Seite einsehbaren Orte geschliffen, d. h. Häuser, Schulen, Schlösser und Kirchen wurden dem Erdboden gleich gemacht.
Nun bedecken Moos und Strauchwerk die Überreste von Dutzenden Dörfern, Weilern, Einöden und Industriebetrieben. Mauerreste und Friedhöfe erinnern an die Ortschaften, die einst hier auf heute böhmischer Seite standen.
Auch aus dem Böhmerwald gegenüber den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen ist nach dem Krieg die deutschsprachige Bevölkerung vertrieben worden. In der Folge wurden zahlreiche Dörfer aufgegeben und gerieten in Vergessenheit. Nun arbeitet die Europaregion Donau-Moldau an einem Projekt, bei dem diese wiederauferstehen sollen – und zwar virtuell.
Sie hießen Vorderweid oder Stadln und waren frühere Gemeinden im Böhmerwald. Ihre Bevölkerung – sie war mehrheitlich deutschsprachig. Als die Bewohner vertrieben wurden, folgten keine neuen Siedler nach. Die Häuser wurden zerstört, und heute erinnert teils nicht einmal mehr eine Mauer an die frühere Siedlung.
Nun werden aber Daten über diese Gemeinden. gesammelt , verantwortlich hierfür ist die Projektleitern Barbara Daferner von der Europaregion Donau-Moldau, die neben der EUREGIO ihren Sitz in Freyung hat. Sie koordiniert das Projekt
„Ziel des Projektes ist, eine interaktive Landkarte zu erstellen mit Fotografien der verschwundenen Orte im Böhmerwald sowie Zeitzeugenberichten.
Gemeint sind etwa verschwunden Dörfer, Kirchen oder Schulen.
Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Die erste Phase geht voraussichtlich bis Ende dieses Jahres. Dabei werden auch historische Fotos aus dem Archiv des berühmten Ateliers Seidel in Český Krumlov / Krumau gesammelt. Sie geben Auskunft über die früheren Siedlungen deutscher Bewohner im Böhmerwald. Ab Anfang kommenden Jahres soll auch die breitere Öffentlichkeit in das Projekt eingebunden werden und Fotos und Informationen gerne an die Projektverantwortliche weiterleiten.
Im Übrigen bestehen bereits unterschiedliche Initiativen zu den verschwundenen Gemeinden im Böhmerwald – sie sind allerdings keine wissenschaftlichen Forschungsprojekte. Der Nationalpark Böhmerwald hat beispielsweise Fotoalben mit historischen Aufnahmen zusammengestellt. So kann man mitten im Nationalpark direkt am Ort einiger früherer Gemeinden durchblättern.